Gudes Geld.

Die Idee einer Regionalwährung

Was ist eine Währung? Die meisten denken dabei intuitiv an das gesetzliche Zahlungsmittel, in Deutschland also an den Euro, den wir jeden Tag nutzen. Aber es gibt viele Formen von sogenannten Komplementärwährungen, die den Euro ergänzen, ohne ihn ersetzen zu wollen. Manche davon nutzen wir regelmäßig, ohne uns dessen bewusst zu sein, wie Bonuspunkte bei der Bahn oder Payback-Punkte im Supermarkt. 


Regionalwährungen zählen zu diesen Komplementärwährungen. Sie werden häufig in Form von Gutscheinen herausgegeben und zunehmend auch auf elektronischen Konten geführt. Sie dienen dazu, gemeinwohlorientiertes Wirtschaften in den Regionen zu fördern, indem sie

  • Unternehmen helfen, regionale Produkte abzusetzen, neue Kund*innen zu gewinnen und Arbeitsplätze zu schaffen,
  • Kaufkraft an die Regionen binden, lokale Unternehmen fördern und regionale Wirtschaftskreisläufe stimulieren,
  • Transportwege verkürzen und dadurch eine umweltschonende Wirtschaftsweise fördern,
  • als Werkzeug zur Regionalentwicklung eingesetzt werden.


Regionalwährungen sind für Gemeinden, Kommunen und Gemeinschaften interessant, da sie von Unternehmen, Bürger*innen und Verwaltungen direkt ausprobiert werden können, ohne auf “die große Politik” warten zu müssen. Ein erfreulicher Nebeneffekt sind die Diskussionen über Geld und Wirtschaft. So fördern Regionalwährungen das Bewusstsein für finanzwirtschaftliche Zusammenhänge und die Erkenntnis, dass Geld ein soziales Gestaltungsmittel ist, das wir mitgestalten können. Geld ist eine Vereinbarung zwischen Menschen. Eine Vielfalt an Geldsystemen ist genauso nützlich für die Entfaltung unserer Beziehungen und Gesellschaft, wie die Artenvielfalt für eine gesunde Natur.

Video-Interview mit Prof. Dr. Claudia Landwehr

von der Gutenberg-Universität in Mainz am 11. November 2020.

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